Pferdewetten in Deutschland: Rechtslage, Steuern und Lizenzierung

Ladevorgang...
- Was regelt der Staat bei Wetten auf Pferderennen?
- Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 und seine Wirkung auf Pferdewetten
- Lizenzpflicht und GGL-Whitelist: Welche Anbieter sind zugelassen?
- Die 5-Prozent-Rennwettsteuer: Wer zahlt und wie wird sie berechnet?
- OASIS und LUGAS: Wie die Sperrsysteme Wettkunden betreffen
- Pflichten der Anbieter: Verifizierung, Limits und Warnhinweise
- Legaler Markt und Schwarzmarkt: Risiken unlizenzierter Anbieter
- Häufige Fragen zu Pferdewetten und deutschem Recht
Was regelt der Staat bei Wetten auf Pferderennen?
Als ich vor elf Jahren mit Pferdewetten begann, war die rechtliche Lage in Deutschland ein Flickenteppich. Manche Anbieter operierten in Grauzonen, andere waren klar illegal, und kaum jemand wusste genau, was erlaubt war und was nicht. Heute ist die Situation deutlich klarer — aber auch komplexer. Der Staat hat eingegriffen, und wer wettet, sollte wissen, welche Regeln gelten.
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021, kurz GlüStV, ist seit dem 1. Juli 2021 in Kraft und regelt das Online-Glücksspiel in ganz Deutschland. Für Pferdewetten bedeutet das: Legales Wetten ist möglich, aber nur bei lizenzierten Anbietern. Der Staat hat ein Regelwerk geschaffen, das Spielerschutz, Suchtprävention und Marktordnung unter einen Hut bringen soll.
Die Regulierung betrifft mehrere Ebenen: Wer darf anbieten? Wie wird besteuert? Welche Schutzmaßnahmen müssen greifen? In den folgenden Abschnitten gehe ich diese Fragen systematisch durch. Das Ziel ist nicht, juristische Feinheiten zu erörtern, sondern praktisches Wissen zu vermitteln, das jeder Wetter in Deutschland haben sollte. Juristische Beratung kann dieses Wissen im Einzelfall nicht ersetzen, aber für den Alltag reicht es aus.
Ein Grundsatz vorweg: Unwissenheit schützt nicht vor Konsequenzen. Wer bei einem nicht lizenzierten Anbieter wettet, riskiert nicht nur sein Geld, sondern bewegt sich rechtlich auf dünnem Eis. Die gute Nachricht: Der legale Markt bietet genug Optionen für jeden Wetter. Man muss nur wissen, worauf man achten muss.
Die Regulierung des Glücksspiels ist in Deutschland Ländersache, was historisch zu einem Flickenteppich führte. Der GlüStV 2021 hat dieses Problem weitgehend gelöst, indem er einen einheitlichen Rahmen für alle Bundesländer schuf. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder koordiniert die Umsetzung und Aufsicht. Für Pferdewetten bedeutet das: Einheitliche Regeln, einheitliche Lizenzierung, einheitlicher Spielerschutz.
Was viele nicht wissen: Pferdewetten haben in Deutschland eine Sonderstellung. Sie sind historisch eng mit dem Rennsport verbunden und wurden schon reguliert, bevor es den GlüStV gab. Das Rennwett- und Lotteriegesetz von 1922 regelt bis heute die Grundlagen. Der GlüStV ergänzt diesen Rahmen für Online-Angebote, ersetzt ihn aber nicht vollständig. Diese Doppelstruktur erklärt manche Besonderheiten, auf die ich in den folgenden Abschnitten eingehe.
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 und seine Wirkung auf Pferdewetten
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 war ein Paradigmenwechsel. Zum ersten Mal wurde Online-Glücksspiel in Deutschland flächendeckend legalisiert — unter strengen Auflagen. Für jemanden wie mich, der jahrelang in einer rechtlichen Grauzone gewettet hatte, war das eine Erleichterung. Endlich klare Regeln, endlich Rechtssicherheit.
Der GlüStV unterscheidet verschiedene Glücksspielformen: Sportwetten, Casinospiele, Poker und eben Pferdewetten. Letztere nehmen eine Sonderstellung ein, weil sie historisch gewachsen sind und eng mit dem Rennsport verknüpft. Der Totalisator existiert seit über einem Jahrhundert und finanziert den Sport direkt. Diese Tradition wird im Gesetz berücksichtigt.
Konkret bedeutet der GlüStV für Pferdewetten: Anbieter benötigen eine deutsche Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, kurz GGL. Ohne diese Lizenz ist das Angebot von Pferdewetten an deutsche Kunden illegal. Die GGL führt eine öffentlich einsehbare Whitelist aller zugelassenen Anbieter — wer dort nicht steht, sollte gemieden werden.
Der legale deutsche Glücksspielmarkt erreichte 2024 Bruttospielerträge von 14,4 Milliarden Euro. Pferdewetten machen davon einen kleinen, aber stabilen Teil aus. Die Regulierung hat dafür gesorgt, dass dieser Markt transparenter und sicherer geworden ist — auch wenn manche Auflagen von Wettern als einschränkend empfunden werden.
Ein wichtiger Aspekt: Der GlüStV gilt für alle Bundesländer einheitlich. Früher gab es länderspezifische Regelungen, die für Verwirrung sorgten. Heute ist klar: Die gleichen Regeln gelten in Bayern wie in Schleswig-Holstein, in Sachsen wie in Nordrhein-Westfalen. Diese Einheitlichkeit erleichtert sowohl Anbietern als auch Wettern das Leben.
Die Umsetzung des GlüStV wird von der GGL überwacht. Diese Behörde mit Sitz in Halle an der Saale ist für die Lizenzierung, Aufsicht und Durchsetzung zuständig. Sie kann Bußgelder verhängen, Lizenzen entziehen und den Zugang zu illegalen Angeboten sperren lassen. Wer sich über den aktuellen Stand der Regulierung informieren will, findet auf der GGL-Website offizielle Informationen.
Für Pferdewetter hat der GlüStV auch Einschränkungen gebracht. Die bereits erwähnten Einzahlungslimits, die verpflichtende Verifizierung, die Anbindung an OASIS — all das gab es vor 2021 nicht in dieser Form. Manche vermissen die alten Zeiten, in denen man unbehelligt wetten konnte. Ich sehe das pragmatisch: Die Einschränkungen sind verkraftbar, und der Schutz, den sie bieten, kommt allen zugute — auch denen, die ihn nicht zu brauchen glauben.
Die Evaluierung des GlüStV ist im Gesetz vorgesehen. In regelmäßigen Abständen wird geprüft, ob die Regulierung ihre Ziele erreicht und ob Anpassungen nötig sind. Das bedeutet: Die Regeln können sich ändern. Wer langfristig in Deutschland wettet, sollte die Entwicklungen im Auge behalten. Branchenverbände und Medien berichten regelmäßig über geplante Änderungen.
Lizenzpflicht und GGL-Whitelist: Welche Anbieter sind zugelassen?
Die Frage, die ich am häufigsten höre, wenn es um die Rechtslage geht: „Ist mein Anbieter legal?“ Die Antwort ist einfach zu finden. Die GGL veröffentlicht eine Whitelist aller lizenzierten Anbieter auf ihrer Website. Wer dort steht, darf legal Pferdewetten in Deutschland anbieten. Wer nicht dort steht, operiert ohne Lizenz.
Der Lizenzierungsprozess ist aufwändig. Anbieter müssen nachweisen, dass sie finanziell solide sind, technische Sicherheitsstandards einhalten, Spielerschutzmaßnahmen implementieren und sich der Aufsicht der GGL unterwerfen. Nicht jeder Anbieter, der in anderen Ländern legal operiert, erfüllt diese Anforderungen. Die deutsche Lizenz ist ein Qualitätsmerkmal.
Für traditionelle Totalisator-Anbieter auf Rennbahnen gilt eine Sonderregelung. Der Totalisator ist keine Sportwette im engeren Sinn, sondern ein eigenes Wettsystem mit historischer Verankerung. Rennvereine, die den Totalisator betreiben, benötigen Genehmigungen nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz, nicht nach dem GlüStV. Diese Unterscheidung ist für den Alltag weniger relevant, erklärt aber, warum die Rennbahn-Wette etwas anders behandelt wird als die Online-Wette.
Mein Rat: Vor der Registrierung bei einem neuen Anbieter immer die Whitelist prüfen. Das dauert zwei Minuten und schützt vor bösen Überraschungen. Ein Anbieter ohne deutsche Lizenz kann jederzeit abgeschaltet werden, Guthaben können eingefroren werden, und im schlimmsten Fall hat man keine rechtliche Handhabe, sein Geld zurückzubekommen.
Die Whitelist wird regelmäßig aktualisiert. Neue Anbieter kommen hinzu, wenn sie die Lizenz erhalten. In seltenen Fällen werden Lizenzen auch entzogen, wenn Anbieter gegen Auflagen verstoßen. Ein Blick auf die aktuelle Liste vor jeder größeren Einzahlung ist sinnvoll.
Ein praktischer Hinweis: Die Lizenz allein sagt noch nichts über die Qualität des Angebots aus. Alle lizenzierten Anbieter erfüllen Mindeststandards, aber sie unterscheiden sich in Quoten, Wettangebot, Benutzerfreundlichkeit und Kundenservice. Die Lizenz ist die Eintrittskarte in den legalen Markt, nicht ein Gütesiegel für das beste Angebot. Innerhalb des lizenzierten Marktes lohnt sich der Vergleich.
Die Lizenzgebühren und Auflagen machen das Geschäft für kleinere Anbieter schwieriger. Das hat zu einer gewissen Konsolidierung geführt: Einige Anbieter haben den deutschen Markt verlassen, andere wurden von größeren übernommen. Für Wetter bedeutet das weniger Auswahl als in unregulierten Märkten, aber mehr Sicherheit bei den verbleibenden Optionen.
Die Spezialisierung mancher Anbieter auf Pferdewetten ist ein Vorteil des regulierten Marktes. Anstatt bei einem Generalisten zu wetten, der Pferdewetten nur als Randprodukt anbietet, kann man sich für einen Spezialisten entscheiden, der tiefere Quoten, bessere Rennabdeckung und kompetenteres Personal hat. Die Lizenzierung schafft den Rahmen, innerhalb dessen solche Spezialisierung gedeihen kann.
Die 5-Prozent-Rennwettsteuer: Wer zahlt und wie wird sie berechnet?
Die Rennwettsteuer von 5 Prozent auf den Wetteinsatz ist ein Dauerthema unter Pferdewettern. Manche ärgern sich darüber, andere haben sich damit arrangiert. Ich gehöre zur zweiten Gruppe — die Steuer ist ein Faktum, mit dem man kalkulieren muss, nicht ein Hindernis, das man beklagen sollte.
Die rechtliche Grundlage ist das Rennwett- und Lotteriegesetz. Die Steuer beträgt 5 Prozent des Wetteinsatzes und wird vom Anbieter abgeführt. Wie der Anbieter diese Steuer behandelt, variiert: Manche ziehen sie vom Einsatz ab, manche von der Auszahlung, manche tragen sie selbst und belasten den Kunden nicht direkt. Bei der Wahl eines Pferdewetten-Anbieters ist das Steuermodell ein relevantes Kriterium.
Ein Rechenbeispiel: Bei einem Einsatz von 100 Euro und einer Quote von 3,0 würde der Bruttogewinn 300 Euro betragen. Wenn die Steuer vom Gewinn abgezogen wird, verbleiben 285 Euro — 5 Prozent von 300 Euro sind 15 Euro. Wenn die Steuer vom Einsatz abgezogen wird, werden effektiv nur 95 Euro gewettet, was bei Quote 3,0 eine Auszahlung von 285 Euro ergibt. Das Ergebnis ist oft ähnlich, aber die Berechnung unterscheidet sich.
Für den Totalisator auf der Rennbahn gilt die Rennwettsteuer ebenfalls, sie ist im Einbehalt bereits enthalten. Die ausgeschütteten Quoten sind also Nettoquoten nach Steuer. Das macht die Rechnung einfacher, bedeutet aber auch, dass die Steuer nicht separat ausgewiesen wird.
Ein häufiges Missverständnis: Die Rennwettsteuer ist keine Einkommensteuer auf Gewinne. Gewinne aus Glücksspielen sind in Deutschland für Privatpersonen grundsätzlich steuerfrei. Die 5 Prozent sind eine Umsatzsteuer auf die Wettaktivität, keine Gewinnsteuer. Wer 10.000 Euro bei Pferdewetten gewinnt, muss diesen Gewinn nicht in der Einkommensteuererklärung angeben — vorausgesetzt, es handelt sich um privates Glücksspiel und nicht um gewerbliche Tätigkeit.
Wann wird Wetten gewerblich? Die Grenzen sind fließend, aber grundsätzlich gilt: Wer systematisch, mit erheblichem Kapitaleinsatz und mit der Absicht der Gewinnerzielung wettet, kann als gewerblich eingestuft werden. Für die meisten Freizeitwetter ist das irrelevant, aber wer plant, vom Wetten zu leben, sollte steuerlichen Rat einholen.
Die Rennwettsteuer ist übrigens keine Erfindung des GlüStV, sondern existiert seit über einem Jahrhundert. Sie wurde 1922 eingeführt und ist damit eine der ältesten Glücksspielsteuern in Deutschland. Der Steuersatz von 5 Prozent ist im internationalen Vergleich moderat — in anderen Ländern liegt er deutlich höher. Das macht den deutschen Markt für Anbieter und Wetter gleichermaßen attraktiv.
Ein Tipp zum Umgang mit der Steuer: Ich kalkuliere sie von vornherein in meine Berechnungen ein. Wenn ich einen Value Bet identifiziere, rechne ich die Steuer auf die Quote um. Bei einem Anbieter, der die Steuer vom Gewinn abzieht, entspricht eine Quote von 3,0 effektiv einer Quote von etwa 2,85. Das klingt nach wenig, summiert sich aber über viele Wetten.
Die verschiedenen Steuermodelle der Anbieter machen einen Vergleich nicht immer einfach. Manche Anbieter werben damit, die Steuer zu übernehmen — was auf den ersten Blick attraktiv klingt. In der Praxis bedeutet das oft, dass die Quoten insgesamt niedriger sind, um die Steuerübernahme zu kompensieren. Ein genauer Quotenvergleich lohnt sich immer, unabhängig vom Steuermodell.
OASIS und LUGAS: Wie die Sperrsysteme Wettkunden betreffen
OASIS und LUGAS sind zwei Systeme, die viele Wetter nur vom Hörensagen kennen — bis sie selbst davon betroffen sind. Ich halte beide für sinnvolle Instrumente des Spielerschutzes, auch wenn sie manchmal als Bevormundung empfunden werden. Wer die Systeme versteht, kann besser mit ihnen umgehen.
OASIS steht für „Onlineabfrage Spielerstatus“ und ist das bundesweite Sperrsystem für Glücksspiel. Anfang 2026 waren etwa 367.000 aktive Spielersperren registriert. Wer gesperrt ist, kann bei keinem lizenzierten Anbieter in Deutschland wetten — weder online noch auf der Rennbahn. Die Sperre gilt für alle Glücksspielformen, nicht nur für Pferdewetten.
Sperren können selbst beantragt oder von Dritten initiiert werden. Die überwiegende Mehrheit — über 96 Prozent — sind Selbstsperren. Menschen, die erkennen, dass ihr Spielverhalten problematisch wird, können sich selbst schützen, indem sie eine Sperre beantragen. Das ist ein niedrigschwelliges Instrument, das ohne Begründung oder Nachweis funktioniert. Die Sperre greift sofort und gilt bundesweit.
LUGAS ist das „Länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem“ und überwacht unter anderem die Einhaltung von Einzahlungslimits. Das monatliche Einzahlungslimit liegt bei 1.000 Euro anbieterübergreifend. Das bedeutet: Wer bei Anbieter A 500 Euro einzahlt, kann im selben Monat bei Anbieter B nur noch 500 Euro einzahlen. LUGAS aggregiert die Daten aller lizenzierten Anbieter.
Für Wetter mit größerem Budget kann das Einzahlungslimit eine Einschränkung sein. Es gibt die Möglichkeit, eine Erhöhung zu beantragen, wobei der Anbieter eine Bonitätsprüfung durchführen muss. In der Praxis ist das Limit für die meisten Freizeitwetter ausreichend — wer mehr als 1.000 Euro im Monat für Pferdewetten ausgibt, sollte ohnehin seine Strategie überdenken.
Die technische Umsetzung von OASIS ist beeindruckend: 2025 wurden über 5,2 Milliarden Abfragen insgesamt verarbeitet, etwa 432 Millionen pro Monat. Jedes Mal, wenn jemand bei einem lizenzierten Anbieter wetten will, wird in Echtzeit geprüft, ob eine Sperre vorliegt. Etwa 60.000 Sperranträge wurden allein 2025 bearbeitet. Das System funktioniert, auch wenn es gelegentlich zu technischen Verzögerungen kommt.
Ein persönlicher Gedanke zu den Sperrsystemen: Ich kenne Menschen, die sich selbst gesperrt haben, und für sie war das die richtige Entscheidung. Die Möglichkeit, sich selbst vor den eigenen Schwächen zu schützen, ist wertvoll. Wer das nicht braucht, mag die Systeme als Überregulierung empfinden. Aber für diejenigen, die sie brauchen, können OASIS und LUGAS den Unterschied zwischen einem kontrollierten Hobby und einem zerstörerischen Problem ausmachen.
Pflichten der Anbieter: Verifizierung, Limits und Warnhinweise
Lizenzierte Anbieter haben umfangreiche Pflichten, die über das hinausgehen, was viele Kunden wahrnehmen. Diese Pflichten sind kein Selbstzweck, sondern dienen dem Schutz der Spieler. In einer gemeinsamen Stellungnahme betonten der Deutsche Sportwettenverband und der Deutsche Online Casinoverband: Jeder Mensch mit einer Glücksspielstörung ist einer zu viel. Im regulierten Markt greifen staatlich geprüfte Schutzinstrumente.
Die Identitätsverifizierung ist Pflicht. Bevor man wetten kann, muss man seine Identität nachweisen — in der Regel durch ein Video-Ident-Verfahren oder das Hochladen von Ausweisdokumenten. Das verhindert, dass Minderjährige wetten und stellt sicher, dass Sperren durchgesetzt werden können. Manche empfinden das als lästig, aber es ist ein notwendiger Schutz.
Anbieter müssen Warnhinweise prominent platzieren. Der Hinweis auf Suchtgefahren, die Hotline der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und Informationen über Selbstsperren müssen leicht zugänglich sein. Wer schon einmal auf einer lizenzierten Wettseite war, kennt diese Hinweise — sie sind allgegenwärtig, weil sie es sein müssen.
Spielpausen sind vorgeschrieben. Nach einer bestimmten Spieldauer muss der Anbieter eine Pause erzwingen, während der keine Wetten platziert werden können. Das soll Dauerspiel verhindern und Spielern die Möglichkeit geben, ihr Verhalten zu reflektieren. Die genauen Regeln variieren je nach Glücksspielform.
Ein weiterer Aspekt: Anbieter dürfen keine Werbung an gesperrte Spieler senden und müssen auffälliges Spielverhalten erkennen und darauf reagieren. Das kann bis zur Kontosperrung gehen, wenn Anzeichen für problematisches Spielen vorliegen. Diese Pflichten machen den regulierten Markt sicherer als den Schwarzmarkt, wo solche Schutzmaßnahmen fehlen.
Die Werbebeschränkungen sind ebenfalls Teil des Spielerschutzes. Glücksspielwerbung darf nicht zwischen 6 und 21 Uhr im Fernsehen ausgestrahlt werden. Online-Werbung unterliegt strengen Regeln bezüglich Zielgruppen und Inhalten. Irreführende Versprechen oder die Verharmlosung von Spielrisiken sind verboten. Als Wetter merkt man das vor allem daran, dass weniger aggressive Werbung präsent ist als früher.
Die Umsetzung dieser Pflichten kostet die Anbieter Geld und Aufwand. Das ist einer der Gründe, warum manche Anbieter den deutschen Markt verlassen haben — der Aufwand lohnt sich nur bei ausreichendem Umsatz. Für seriöse Anbieter, die langfristig in Deutschland aktiv sein wollen, sind diese Pflichten jedoch ein akzeptabler Preis für die Legitimität und das Vertrauen der Kunden.
Aus Sicht des Wetters sind diese Pflichten größtenteils unsichtbar oder leicht zu erfüllen. Die Verifizierung dauert einmalig zehn Minuten, die Warnhinweise kann man zur Kenntnis nehmen und weiterklicken. Die Einzahlungslimits sind für die meisten kein Problem. Erst wenn man sie als lästig empfindet, sollte man sich fragen, ob das eigene Spielverhalten noch im Rahmen ist.
Legaler Markt und Schwarzmarkt: Risiken unlizenzierter Anbieter
Der Schwarzmarkt existiert, und er ist größer als viele denken. Schätzungen zufolge setzen illegale Internetseiten in Deutschland jährlich 500 bis 600 Millionen Euro um. Das sind Anbieter ohne deutsche Lizenz, die trotzdem deutsche Kunden akzeptieren — oft mit verlockenden Quoten und ohne die Einschränkungen des regulierten Marktes.
Die Versuchung ist verständlich: keine Einzahlungslimits, keine Verifizierung, manchmal bessere Quoten. Aber die Risiken überwiegen bei weitem. Wer bei einem nicht lizenzierten Anbieter wettet, hat keinen rechtlichen Schutz. Wenn der Anbieter nicht auszahlt, das Konto sperrt oder einfach verschwindet, steht man ohne Handhabe da.
Ich habe im Laufe der Jahre von mehreren Fällen gehört, in denen Wetter bei Schwarzmarkt-Anbietern um fünfstellige Summen geprellt wurden. Auszahlungen wurden verzögert, dann verweigert, dann brach der Kontakt ab. Ohne Lizenz gibt es keine Aufsichtsbehörde, an die man sich wenden kann. Die einzige Option wäre eine Klage im Ausland — in der Praxis aussichtslos für die meisten Betroffenen.
Ein weiteres Risiko: Unlizenzierte Anbieter unterliegen keiner Aufsicht. Es gibt keine Garantie, dass die Quoten fair berechnet werden, dass Zufallsgeneratoren korrekt funktionieren oder dass Kundendaten sicher sind. Fälle von Betrug, Datendiebstahl und Manipulation sind dokumentiert — wer dort spielt, vertraut Anbietern, die niemandem Rechenschaft schuldig sind.
Für mich ist die Rechnung einfach: Die Vorteile des Schwarzmarkts — höhere Limits, weniger Hürden — wiegen die Risiken nicht auf. Der legale Markt bietet genug Möglichkeiten für profitables Wetten. Die Einschränkungen sind verkraftbar, der Schutz vor Betrug ist es wert.
Ein Gedanke zum Abschluss: Wer auf dem Schwarzmarkt wettet, untergräbt auch den legalen Markt und damit den deutschen Rennsport. Die Steuern und Abgaben des regulierten Marktes finanzieren Rennpreise, Zucht und Infrastruktur. Jeder Euro, der in den Schwarzmarkt fließt, fehlt dort. Das ist keine moralische Predigt, sondern eine wirtschaftliche Realität.
Die Behörden gehen zunehmend gegen den Schwarzmarkt vor. Die GGL kann Internet-Provider anweisen, den Zugang zu illegalen Seiten zu sperren. Zahlungsdienstleister können angehalten werden, Transaktionen zu blockieren. Diese Maßnahmen sind nicht perfekt, aber sie machen das Wetten auf dem Schwarzmarkt unbequemer und riskanter.
Ein letzter Punkt: Wer bei einem illegalen Anbieter gewinnt und auszahlen will, kann Probleme bei der Bank bekommen. Manche Banken blockieren Überweisungen von bekannten Schwarzmarkt-Anbietern. Selbst wenn die Auszahlung funktioniert, könnte die Herkunft des Geldes bei größeren Summen Fragen aufwerfen. Der legale Weg ist auch hier der unkompliziertere.
Häufige Fragen zu Pferdewetten und deutschem Recht
Die rechtliche Seite der Pferdewetten wirft regelmäßig Fragen auf — hier die drei häufigsten mit klaren Antworten.
Müssen Gewinne aus Pferdewetten in Deutschland versteuert werden?
Nein, Gewinne aus Pferdewetten sind für Privatpersonen in Deutschland steuerfrei. Die 5-Prozent-Rennwettsteuer ist keine Gewinnsteuer, sondern eine Umsatzsteuer auf den Wetteinsatz, die vom Anbieter abgeführt wird. Solange das Wetten privat und nicht gewerblich betrieben wird, müssen Gewinne nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben werden.
Was passiert, wenn man bei einem Anbieter ohne deutsche Lizenz wettet?
Wer bei einem nicht lizenzierten Anbieter wettet, hat keinen rechtlichen Schutz in Deutschland. Bei Streitigkeiten über Auszahlungen oder Kontosperrungen gibt es keine Handhabe. Zudem fehlen Spielerschutzmaßnahmen wie OASIS-Anbindung und Einzahlungslimits. Die Behörden können gegen unlizenzierte Anbieter vorgehen, was zu plötzlichen Schließungen führen kann.
Wie kann man eine OASIS-Sperre für Pferdewetten beantragen?
Eine Selbstsperre kann bei jedem lizenzierten Anbieter oder direkt beim Regierungspräsidium Darmstadt beantragt werden. Der Antrag erfordert keine Begründung. Die Sperre gilt bundesweit für alle Glücksspielformen und kann für mindestens ein Jahr oder unbefristet beantragt werden. Die Aufhebung einer unbefristeten Sperre ist frühestens nach einem Jahr möglich.
Erstellt von der Redaktion von „Wetten auf Pferde“.
